Der Himmel weint.
Vater ist tot.
Nachtsturz
Vorgestern Nacht ist Vater aus dem Krankenbett gestürzt. Mit dem Gesicht voran. Er hatte unglaubliches Glück. Bis auf Prellungen an Stirn und Kinn und einer klaffenden Wunde auf der Nase ist ihm nichts passiert.
In dieser Nacht war ich dort, hatte mich längst hingelegt, schreckte auf durch ein lautes Geräusch, dann Stöhnen, stürzte die Treppe hinunter zum Schlafzimmer und war bei ihm. Vorsichtig half ich ihm auf, dann zurück ins Bett. Keine leichte Übung, da er mittlerweile sehr geschwächt ist. Aber wir schafften es.
Dann wurde Mutter wach, die direkt daneben geschlafen, aber vor lauter Erschöpfung von all dem nichts mitbekommen hatte. Sie versorgte sofort die Wunde auf seiner Nase und untersuchte ihn: keine Gehirnerschütterung, nichts gebrochen.
Und dann war es an mir, Mutter zu beruhigen, die sich Vorwürfe machte, nicht rechtzeitig wach geworden zu sein. Es ist unglaublich, was sie sich abverlangt, seit Wochen, jeden Tag, rund um die Uhr.
Veröffentlicht in Er & sie, Leben | Schlagworte: Krankenbett, Krebs, Nachtwache