Mein Vater hat Krebs. Der Krebs sitzt in der Lunge und hat Metastasen im Kopf gebildet. Zwölf Absiedlungen, erbsen- bis walnussgroß. Vor einer Woche hat die Strahlentherapie begonnen.
Mit Cortison werden die Schmerzen betäubt und der Druck gelindert, den die Metastasen auf das Gehirn ausüben. Die Dosis: 4 x 6 mg täglich. Vater sagt, dass es ihm gut gehe, solange das Cortison wirkt. Er muss die Einnahmezeiten penibel einhalten. Nimmt er das Cortison etwas später, melden sich sofort Schmerz und Druck.
Niemand hat damit gerechnet, dass er Krebs haben könnte. Nun ist das Undenkbare real. Und er stellt sich der Herausforderung, er nimmt den Kampf an. Zur ersten Strahlentherapie zog er, der auf Äußerlichkeiten nie sonderlichen Wert legte, seinen Sommerleinenanzug an und setzte den Panamahut aufs graue Haupt. „Noch lebe ich“, sagte er und lächelte zuversichtlich.