Verfasst von: lt | Oktober 18, 2007

Ans Bett gefesselt

Die Ärzte haben sich gegen eine Punktion entschieden. Der Krebs sei so nicht zu erreichen, sagt Vater. Wie es nun weitergeht, weiß erneut keiner. Die ihn betreuende Stationsärztin ist unterwegs, keiner weiß wo. Mutter wird am frühen Abend beim Verlassen der Klinik ihre Handynummer hinterlassen. Und hoffen, dass die Ärztin sie anruft. Dieses Stochern im Nebel, das Hinterherlaufen müssen, keine Information selbstverständlich erhalten, das alles setzt sehr zu.

Es scheint, als ob Vater das Ganze noch am gelassensten nimmt. Er hat sich mit der Situation einigermaßen arrangiert, weg kann er ohnehin nicht, weil ihn ein Schlauch mit der Maschine zur Entwässerung des Körpers ans Bett fesselt. Umso mehr müssen wir sehen, dass die Dinge vorangehen. Dass der Lungenkrebs endlich identifiziert wird, damit die Therapie beginnen kann. Fünf Wochen sind bereits verstrichen, ohne dass etwas gegen den Lungenkrebs unternommen wurde. Es ist zäh, sehr zäh.

Morgen sollen ihm die Ports gelegt werden für die Chemotherapie.


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