Seit 20 Jahren, vielleicht sogar noch länger, veranstaltete Vater an jedem Dienstag seinen Saunaabend. Dazu lud er seine besten Freunde ein. Zwei ältere Herren, beide Charakterköpfe, die ihren Weg gegangen waren. Beide Ehrenmänner, wobei der eine gern auch mal fünf gerade sein ließ. Seit ein paar Jahren gehörte auch ein Freund meines jüngsten Bruders zur Runde. Dieser zählte seit Jahren quasi zur Familie, ein gerader Zeitgenosse und nebenbei der begabteste Schreiner, der mir jemals über den Weg gelaufen ist.
Komplettiert wurde die Runde mal durch meine Brüder, mal durch nicht ganz so enge Freunde meines Vaters, jedes Mal jedoch ein unterhaltsamer Kreis, bestehend aus den unterschiedlichsten Typen, die das Zusammensein immer wieder aufs Neue genossen.
Das Procedere war stets dasselbe. Erst ging es in die Sauna, dann zur Massage. Und danach an die gedeckte Tafel. Mal schlicht, mal aufwändig. Doch so oder so: Hungrig verließ niemand das Terrain. Und Durst musste auch keiner leiden.
Wenn er einmal nicht mehr kann, sagte Vater unlängst, dann soll einer seiner Söhne diesen Abend leiten.