Vater hat wieder Kopfschmerzen. Am Nachmittag untersuchte ihn sein Hausarzt. Seine Diagnose: wahrscheinlich sind es nicht die Metastasen, sondern Verspannungen aufgrund des Liegens. Durchatmen.
Weil Vater jedoch in der kurzen Zeit wieder deutlich schwächer geworden ist, wird er morgen mit einem Krankentransport in die zweite Klinik gefahren. Mutter und ich fahren separat. Das Programm ist nicht ohne, im unangenehmsten Fall werden sich die Gespräche vom frühen Vormittag bis zum späten Nachmittag erstrecken. Wir werden für Vater eine Ruhemöglichkeit organisieren.
Sehr schwer kommt mein älterer Bruder mit der Situation klar. Er scheut die Auseinandersetzung mit der Krankheit und findet es im selben Atemzug furchtbar, was aus Vater innerhalb weniger Tage geworden ist: ein Mann, der ohne Hilfe hilflos wäre. “Ich habe ihm gestern auf die Toilette geholfen. Ich bin noch immer schockiert”, sagte er heute am Telefon. Er ist ratlos, er wünscht Vater Frieden.
Es ist schlimm, was da bei euch passiert, und ich hoffe, dass ihr alle die Kraft habt, um das zu überstehen. Aber weglaufen vor dieser Erkrankung hilft niemanden. Setzt euch damit auseinander und redet mit eurem Vater auch darüber. Er hat ein Recht darauf, genau, wie ihr auch. Lauft nicht weg, begleitet ihn.
Von: 1leben am November 14, 2007
um 12:49
Liebe Frau 1leben, weglaufen will glücklicherweise niemand. Für manchen ist es jedoch sehr schwer zu akzeptieren, wie sich das Leben verändert hat. Die Unterstützung, die wir alle ihm geben, ist für Vater eine große Kraftquelle.
etony
Von: etony am November 15, 2007
um 4:34