Verfasst von: lt | November 13, 2007

Eine Sekunde

Vater ist gestürzt. Eine unachtsame Sekunde genügte. Er fiel auf den Steinfußboden. Platzwunde am Hinterkopf. Mutter versorgte die Wunde fachmännisch, dann half sie ihm ins Bett. Er schlief ohne Unterbrechung sechs Stunden.

Dann setzte ich mich zu ihm, wir redeten ein wenig. Bald fühlte er sich etwas besser, versuchte aufzustehen. Es gelang, weil Mutter ihn hielt. Gemeinsam halfen wir ihm in den Rollstuhl, der seit gestern im Haus steht.

Der Krebs zehrt. Er muss essen für zwei, um wieder zu Kräften zu kommen. Ab sofort gibt es hochkalorische Eiweißpräparate, die versprechen, beim Wiederaufbau der Muskeln zu helfen.

Nach einer guten Stunde bat er darum, wieder zum Bett gebracht zu werden.

„Gute Nacht, Chef, schlaf gut …“
„Pass auf dich auf.“
„Und du auch auf dich …“


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