Verfasst von: lt | November 26, 2007

Sommerernte

Gemeinsam mit den Kindern machten wir am Wochenende den Garten winterfest, kehrten das Laub von den Wiesen und Wegen, entleerten die Wasserleitungen, damit sie den Frost unbeschadet überstehen. Zudem packten wir alles, was nicht niet- und nagelfest war, in das Gerätehaus. In den kommenden Monaten wird der Garten nur selten besucht werden, viel seltener, als dies der Fall war, als Vater hier noch nach dem Rechten sehen konnte.

Im Keller entdeckten wir eine süße Überraschung: Vaters sommerliche Honigernte, größtenteils noch in den großen Vorratsbehältern, knapp 400 Kilogramm von feinster Qualität. Bis zu jenem schicksalhaften Tag im September hatte er erst einige wenige Gläser gefüllt. Das Abfüllen der Ernte hatten er in den Jahren zuvor stets während der Wintermonate erledigt. Jetzt werden wir uns darum kümmern.

Am Abend besuchten wir Vater. Er hatte große Schmerzen: die Lunge. Mutter füllte 20 Tropfen in ein Wasserglas. Er versuchte sich aufzusetzen, schaffte es aber nicht allein.

Ich reichte ihm meine Hand, er griff meinen Arm.

Für ein paar Minuten dämpfte das Mittel die Schmerzen. Dann waren sie wieder präsent. Er bat, in sein Bett gebracht zu werden und schlief sofort ein.


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