Heute telefonierte ich mit Vater. In den vergangenen Tagen hat sein Sprachvermögen sehr nachgelassen. Er rief mich an, wollte wissen, wie es mir gehe. Einige Stunde später meldete er sich wieder. Heute Abend fahre ich zu ihm.
Am Nachmittag sprach ich mit seinem Hausarzt. Er fragte mich nach Vaters Befinden. Nicht gut, sagte ich. Ungefragt meinte er, dass eine erhöhte Cortison-Dosis wahrscheinlich nichts bringe.
Am vergangenen Donnerstag, dem Tag, nach dem das Cortison wieder angesetzt worden war, hatte er Vater erst untersucht und dann sein Ableben für den vierten Advent prognostiziert.
Mutter nahm das regungslos zur Kenntnis. Auch gegenüber mir oder meinen Brüdern kommentierte sie die Aussage des Arztes nicht. Tags darauf aber rief sie mich an und berichtete von Vaters Fortschritten, im wahrsten Sinn des Wortes, denn es war ihm gelungen, gestützt wieder einige Schritte zu gehen. Und mit Hilfe seiner Söhne gelangte er an diesem Nachmittag und erstmals seit Wochen wieder in die oberste Etage seines Hauses.